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Schneller lösen ohne zu hetzen

Wer beim Sudoku schneller wird, schaut nicht schneller — er schaut weniger oft. Vier Gewohnheiten machen fast den ganzen Unterschied: Ziffern statt Felder durchgehen, nach jeder Setzung nur deren drei Einheiten prüfen, mit den vollsten Einheiten anfangen und am Ende die eigenen Markierungen abräumen. Alle vier sparen Blicke, nicht Denkarbeit.

Diese Seite ergänzt die Lösungsreihenfolge: Dort steht, welcher Schritt als Nächstes kommt, hier, wie wenig dieser Schritt kosten muss.

1. Neun Ziffern statt einundachtzig Felder

Die naheliegende Suche — Feld für Feld fragen „was kann hier stehen" — ist die teuerste. Sie prüft einundachtzig Stellen und liefert im frühen Gitter fast nie eine eindeutige Antwort, weil zu Beginn noch fast jedes Feld mehrere Möglichkeiten hat.

Die andere Frage ist billiger und ergiebiger: Wo muss diese Ziffer hin? Man nimmt die 1, geht mit ihr durch die neun Blöcke und schaut, wo Zeilen und Spalten sie so einengen, dass nur ein Feld bleibt. Neun Durchgänge statt einundachtzig — und die Trefferquote ist höher, weil im frühen Gitter die Ziffern stärker eingeschränkt sind als die Felder.

2. Nach jeder Setzung: Zeile, Spalte, Block

Das ist der einzelne Griff, der am meisten Zeit spart, und der am häufigsten unterlassen wird. Eine neu gesetzte Ziffer verändert genau drei Einheiten — ihre Zeile, ihre Spalte, ihren Block. Sechzig der achtzig übrigen Felder sind von ihr überhaupt nicht betroffen.

Wer nach jeder Setzung reflexhaft diese drei Einheiten durchsieht, erwischt die Folgesetzungen sofort — und sehr oft löst eine Ziffer eine Kette von vier oder fünf weiteren aus, die man sonst über mehrere Rundgänge einzeln wiederfindet. Wer stattdessen das Gitter neu absucht, bezahlt jedes Mal den vollen Preis.

3. Bei der vollsten Einheit anfangen

Sobald es ans Notieren geht, ist die Reihenfolge der Einheiten keine Geschmacksfrage. In einer Zeile mit sechs gesetzten Ziffern bleiben für drei freie Felder noch drei Ziffern — jede Notiz dort ist kurz und führt oft direkt zu einem Feld mit nur zwei Möglichkeiten. In einer Zeile mit zwei gesetzten Ziffern schreibt man sieben Kandidaten in sieben Felder und weiß danach ungefähr so viel wie vorher.

Der Sonderfall ganz oben auf der Liste heißt Full House: eine Einheit mit genau einem freien Feld. Die kostet keinen Gedanken, und sie entsteht ständig neu, während man löst.

4. Mehrere Felder auf einmal lösen

Erfahrene Löser setzen selten eine einzelne Ziffer, wenn sie drei setzen können. Der typische Fall: In einer Einheit sind noch drei Felder frei, und es fehlen genau drei Ziffern. Sobald man weiß, welche drei das sind, entscheidet oft eine einzige Beobachtung alle drei Felder gleichzeitig.

Naked Triple in Spalte 9: r4c9, r8c9 und r9c9 tragen zusammen nur 2, 4 und 7. Diese drei Ziffern sind damit in der Spalte vergeben — und fallen in allen übrigen Feldern der Spalte weg.Rätsel pool-mittel-04#2, Stufe mittel, nach 6 Lösungsschritten.

Kein Feld des Tripels ist für sich entschieden, und trotzdem sind fünf Streichungen fällig. Das Gegenstück dazu ist das Hidden Pair: nicht die Felder tragen zu wenige Ziffern, sondern zwei Ziffern finden zu wenige Felder.

Hidden Pair in Spalte 2: Die 6 und die 7 kommen in der ganzen Spalte nur noch in r7c2 und r8c2 vor. Also gehören beide Felder ihnen — alles andere, was dort noch notiert war, fällt weg.Rätsel pool-mittel-02#1, Stufe mittel, nach 12 Lösungsschritten.

Beide Male lohnt sich derselbe Reflex: Wenn in einer Einheit nur noch wenige Felder frei sind, erst zählen, welche Ziffern fehlen, und dann schauen — nicht Feld für Feld raten.

5. Am Ende ernten statt suchen

Nach dem entscheidenden Durchbruch beginnen viele wieder von vorn. Das ist der überflüssigste Teil eines jeden Lösungswegs. Die Zwei-Felder-Markierungen aus dem Anfang sind eine fertige Liste der Stellen, an denen das Rätsel schon fast entschieden war — jede von ihnen wird durch eine einzige neue Ziffer in der Nähe aufgelöst.

Arbeiten Sie diese Markierungen der Reihe nach ab. Ein Rätsel, das oben zäh war, fällt unten fast immer in einem Zug, und der Unterschied zwischen fünf Minuten und einer Minute liegt genau hier.

Ein kleiner Zusatzgriff, der dabei oft übersehen wird: Zwei Felder, die sich ein Paar teilen, sind stets gegenläufig. Sobald eines von beiden feststeht, steht auch das andere fest — man muss es nicht herleiten, sondern nur eintragen. Dasselbe gilt für zwei Paare derselben zwei Ziffern in derselben Einheit.

Was nicht schneller macht

  • Alle Kandidaten vorab eintragen. Kostet mehrere Minuten, bevor der erste Gedanke gefasst ist, und macht das Gitter unübersichtlich. Warum, steht unter Notation.
  • Sofort nach fortgeschrittenen Mustern suchen. Sie sind selten: Selbst auf der Stufe Experte sind 93 Prozent aller Lösungsschritte Singles und Locked Candidates — im Mittel vier fortgeschrittene Schritte auf einundsechzig.
  • Probieren und zurücknehmen. Führt oft zum Ziel und lehrt nichts — und ein falscher Zweig fällt manchmal erst zwanzig Felder später auf.
  • Auf die Uhr schauen. Unter Zeitdruck greift man zu dem, was man schon kann. Genau deshalb wird man dabei nicht besser.

Häufige Fragen

Wie wird man beim Sudoku schneller?

Nicht durch schnelleres Schauen, sondern durch weniger Schauen. Die vier wirksamsten Gewohnheiten: Ziffern statt Felder scannen — es gibt neun Ziffern, aber einundachtzig Felder; nach jeder gesetzten Ziffer nur ihre Zeile, Spalte und ihren Block prüfen statt des ganzen Gitters; mit den am stärksten gefüllten Einheiten anfangen; und am Ende die eigenen Markierungen abarbeiten, statt neu zu suchen.

Wie lange sollte man für ein Sudoku brauchen?

Es gibt keine sinnvolle Sollzeit — die Schwierigkeit eines Rätsels bemisst sich an den Techniken, die sein Lösungsweg verlangt, nicht an Minuten. Als Orientierung: Ein leichtes Sudoku dauert wenige Minuten, ein sehr schweres eine halbe Stunde oder länger, und ein einzelner fortgeschrittener Schritt kann für sich mehr Zeit kosten als der ganze Rest. Wer schneller werden will, misst besser die Zahl der Blicke als die Uhr.

Lohnt es sich, auf Zeit zu spielen?

Zum Üben einer bekannten Technik ja, zum Lernen einer neuen nein. Unter Zeitdruck greift man zu dem, was man schon kann, und das ist genau der Grund, aus dem man nicht besser wird. Die Uhr in diesem Spiel läuft deshalb mit, aber sie bewertet nichts.

Was ist der häufigste Zeitfresser beim Sudoku?

Das planlose Wandern über das Gitter, nachdem eine Ziffer gesetzt wurde. Eine neue Ziffer verändert genau drei Einheiten — ihre Zeile, ihre Spalte und ihren Block. Alles außerhalb dieser drei ist unverändert, und jeder Blick dorthin ist verschenkt.

Messen statt schätzen

Über jedem gelösten Brett steht die Punktzahl seines Lösungswegs — die Summe der Kosten aller Techniken, die er gebraucht hat. Sie ist ein ehrlicheres Maß für „das war schwer" als die Uhr, weil sie nicht davon abhängt, ob zwischendurch das Telefon geklingelt hat. Wer sich verbessern will, vergleicht am besten gleiche Punktzahlen miteinander.