Techniken · Stufe Experte · 160 Punkte

Jellyfish

Ein Jellyfish ist ein Fisch aus vier Zeilen, in denen eine Ziffer je zwei bis vier Plätze hat und die zusammen genau vier Spalten belegen. In diesen Spalten muss die Ziffer in den vier Zeilen stehen, also fällt sie in allen übrigen Feldern der Spalten weg. Zeilen und Spalten sind vertauschbar.

Kurz gesagt

  • Derselbe Gedanke wie beim X-Wing, nur mit vier Zeilen und vier Spalten statt mit zweien.
  • Es geht immer um eine einzige Ziffer. Die übrigen Kandidaten der beteiligten Felder spielen keine Rolle.
  • Gestrichen wird in den vier Spalten, und zwar überall außerhalb der vier Zeilen.
  • In der Praxis selten: Meist greift vorher ein kleinerer Fisch oder eine Einzelziffer-Kette.

Ein Beispiel aus einem erzeugten Rätsel

Jellyfish auf der 8: vier Zeilen, vier SpaltenRätsel artikel-experte-285#9, Stufe Experte, nach 32 Lösungsschritten — beim Bauen dieser Seite erzeugt.

Fette Ziffern sind Vorgaben, die übrigen hat der Solver bis hierher gesetzt. Felder heißen rXcY: r4c9 ist Zeile 4, Spalte 9. Gezeichnet sind nur die Kandidaten der Ziffer 8. Hervorgehoben sind die Musterzellen, durchgestrichen die Kandidaten, die wegfallen. In dieser Stellung nähme der Solver zuerst den Schritt Skyscraper; das Muster oben ist trotzdem vollständig, und seine Streichungen gelten.

Betrachtet wird nur die 8; alle anderen Kandidaten der Felder sind für dieses Muster ohne Bedeutung. Vier Zeilen lassen ihr wenig Platz: in Zeile 1 die Felder r1c4, r1c8 und r1c9; in Zeile 3 die Felder r3c2 und r3c8; in Zeile 7 die Felder r7c2, r7c8 und r7c9; in Zeile 8 die Felder r8c2 und r8c4.

Zusammen liegen diese Felder in genau vier Spalten, nämlich Spalte 2, Spalte 4, Spalte 8 und Spalte 9. Vier Zeilen, vier Spalten — mehr braucht ein Jellyfish nicht.

Jede der vier Zeilen enthält die 8 genau einmal, das sind vier Vorkommen. Alle vier liegen in den genannten Spalten, und auch jede dieser Spalten trägt die 8 genau einmal. Damit sind die vier Plätze der Spalten bereits vergeben, ohne dass man wüsste, welcher zu welcher Zeile gehört.

Außerhalb von Zeile 1, Zeile 3, Zeile 7 und Zeile 8 bleibt in diesen Spalten für die 8 deshalb kein Platz mehr. Der Solver streicht die 8 in r2c2, r9c2, r9c4 und r9c9. Gesetzt wird nichts — ein Fisch räumt auf und überlässt den nächsten Schritt den einfacheren Techniken.

Warum ein Jellyfish selten gebraucht wird

Das Muster ist weit gefasst: Jede Basiszeile darf zwei bis vier Plätze haben. Genau deshalb enthält eine Stellung mit einem Jellyfish fast immer auch einen kleineren Fisch auf derselben Ziffer — reichen schon zwei oder drei der Zeilen aus, um ihre Spalten abzudecken, ist der Kern des Musters ein X-Wing oder ein Swordfish, und der ist billiger. Das Beispiel oben ist deshalb eigens auf diese Bedingung hin gesucht worden: In der gezeigten Stellung gibt es auf der 8 weder einen X-Wing noch einen Swordfish, der etwas zu streichen hätte.

Dazu kommt die Konkurrenz der Einzelziffer-Ketten. Skyscraper, Two-String Kite und Simple Colouring arbeiten ebenfalls mit einer einzigen Ziffer, kosten weniger und lösen viele der Stellungen, in denen ein Jellyfish stünde, schon vorher auf. Im Rätselvorrat dieser Seite kommt deshalb kein einziger Jellyfish vor. Wer die Technik von Hand sucht, sollte sie als letzte der Fisch-Familie ansehen — nicht als erste.

Der Blick von der anderen Seite

Zeilen und Spalten sind vertauschbar: Ein Jellyfish kann ebenso aus vier Spalten bestehen, deren Plätze in vier Zeilen liegen; gestrichen wird dann in den Zeilen. Der Solver prüft beide Richtungen für jede der neun Ziffern. Wer von Hand sucht, notiert am besten je Ziffer die Zahl der freien Plätze pro Zeile und pro Spalte — die Notation entscheidet hier über den Aufwand.

Häufige Fragen zu Jellyfish

Was ist ein Jellyfish beim Sudoku?

Ein Muster aus vier Zeilen, in denen eine Ziffer je nur zwei bis vier Plätze hat, und deren Plätze zusammen genau vier Spalten belegen. Die vier Zeilen brauchen vier Vorkommen der Ziffer, und alle liegen in diesen vier Spalten. Damit sind die Vorkommen der Ziffer in den Spalten vergeben, und in allen übrigen Feldern dieser Spalten fällt sie weg. Zeilen und Spalten lassen sich dabei tauschen.

Was ist der Unterschied zwischen X-Wing, Swordfish und Jellyfish?

Nur die Größe. Ein X-Wing benutzt zwei Zeilen und zwei Spalten, ein Swordfish drei und drei, ein Jellyfish vier und vier. Das Argument ist in allen drei Fällen dasselbe: So viele Zeilen brauchen so viele Vorkommen der Ziffer, und wenn diese in ebenso vielen Spalten stecken, bleibt für den Rest der Spalten nichts übrig.

Braucht man Jellyfish überhaupt?

Selten. Eine Basiszeile darf zwei bis vier Plätze haben, und sobald zwei oder drei der vier Zeilen für sich schon ebenso viele Spalten belegen, steckt in derselben Stellung ein X-Wing oder ein Swordfish auf derselben Ziffer — beide sind billiger und werden, sobald sie etwas zu streichen haben, zuerst genommen. Dazu kommen die Einzelziffer-Ketten, die dieselben Stellungen oft früher auflösen.

Wie erkennt man einen Jellyfish?

Ziffernweise, nie feldweise. Eine Ziffer wählen, für jede Zeile die verbleibenden Plätze zählen und alle Zeilen mit zwei bis vier Plätzen notieren. Dann prüfen, ob sich vier davon finden, deren Plätze zusammen in genau vier Spalten liegen. Danach dasselbe mit vertauschten Rollen von Zeilen und Spalten.

Warum wird ein Jellyfish mit fünf Spalten nicht gezählt?

Weil das Argument dann nicht trägt. Vier Zeilen brauchen vier Vorkommen der Ziffer; verteilen sich diese auf fünf Spalten, bleibt in jeder einzelnen Spalte Platz für ein weiteres Vorkommen außerhalb der vier Zeilen. Erst die Gleichheit von vier Zeilen und vier Spalten macht die Rechnung dicht.

Selbst ausprobieren

Das Rätsel artikel-experte-285#9 ist beim Bauen dieser Seite erzeugt worden und liegt nicht im Vorrat des Spiels — dafür ist die Technik zu selten. Gebraucht wird sie auf der Stufe Experte. Der Hinweis-Knopf im Spiel nennt die Technik, die als Nächstes greift, markiert auf Wunsch die beteiligten Felder und verlinkt hierher — so lässt sich das Muster an beliebig vielen Stellungen üben.